Insel Brač Teil II: Bol

Als ich in Sumartin auf den Bus nach Bol wartete geschah etwas, auf das ich schon die ganze Zeit gewartet habe: Ich traf auf einen Mann, schätzungsweise mitte 60, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf jüngere Buben stand. Er redete mich gleich auf deutsch mit seinem Bremer Dialekt an (irgendwie scheine ich ein typisch Deutscher zu sein, denn bisher wurde ich im Ausland immer sofort als Deutscher erkannt – aber das sind andere Geschichten!): „Hast aber viel Gepäck dabei!“ „Ja, bin auch lange auf Reisen…“ Anfangs dachte ich mir noch nicht viel dabei und erzählte halt. „Lass uns doch setzen und ein bisschen schnacken.“ (wir standen bis dahin).

Es stellte sich raus, dass er auch allein auf Reisen durch Kroatien/ Dalmatien war, bloß mit Auto und in Sumartin auf die Fähre nach Makarska warte. Dann fragte er mich, wo ich denn hin möchte. Jelsa (Insel Hvar). Er meinte, er wolle nach Dubrovnik, dort wäre es sehr schön (da wollte ich nicht hin, da das für meine Reise zu weit entfernt war, aber ich hatte gelesen, dass es dort sehr schön sein solle). Ob ich denn nicht mit ihm nach Dubrovnik fahren möchte. Um nicht ganz unfreundlich zu sein meinte ich noch „Es ist verlockend, aber: nein.“ Er redete weiter auf mich ein wann ich wieder zu Hause sein müsse/ wolle und sich das so einrichten würde. Ich könnte mir auch aussuchen, welche Städte wir noch besichtigen und wie lange wir bleiben. Ähm, nein. Ich war ja in der guten alten Schule meiner Oma (also nicht der Ort an dem mich Lehrer unterrichteten, sondern das ist ja so eine Redensart, wenn man etwas von einer Person erlernt bekommt). Dort habe ich gelernt, grundsätzlich alles kritisch und jeden erstmal als „Gauner“ (im badischen/ kurpfälischen in etwa wie ein Betrüger) zu sehen. Ich weiss nicht, ob ich ohne diese Erziehung mich hätte überreden lassen und eingestiegen wäre 😀 Zuminndest: Mama und Oma, restlichen Familienangehörigen und Besorgten, ihr könnt beruhigt sein, zu so jemandem wäre ich nie in das Auto gestiegen!

Mein Glück war/ ist auch, dass es nur eine Personenfähre/ Katamaran nach Jelsa gibt. Somit konnte er mir nicht anbieten, mich nach Jelsa zu fahren 🙂

Kurze Zeit später hatte ich dafür eine sehr erfreuliche Begegnung mit zwei Französinnen, die gerade auf der Durchreise zu der Insel Vis waren (die Insel Vis ist eine Mini-Insel weit ab vom Festland und nur schwer zu erreichen). Ich packte mein Französisch aus und „schnackerte“ los. Sie verstanden mich sogar – zumindest meistens, glaube ich 😀 Die letzte Schulstunde ist immerhin schon fast ein Jahrzehnt her! Und seit dem nur sporadisch mal ein paar Sätze geredet.

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Bol hat überall sehr schöne Buchten und Strände. Erstes am östlichen Ende, zweites westlich des Zentrums.

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Der bekannteste Strand ist wohl das Zlatni Rat, das Goldene Horn (ragt wie ein Horn in das Meer). Die feine Kiesstrandspitzte ist ständig überfüllt – und ändert je nach Meeresströmung seine Position. So sieht es von oben aus (der helle in das Meer ragende Fleck rechts unten im Bild):

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Von der östlichen Seite:

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Von der auf den vorigen Bildern sichtbaren Seite (östliche Seite):

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Auf der anderen (westlichen) Seite:

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Und im Panorama (daher leicht verzerrt) von der Spitze (dieses Foto wurde abends aufgenommen, darum kaum was los):

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Die Uferpromenade:

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Ein bisschen Kultur hat Bol auch. Die Župna crkva Gospe od Karmela (Pfarrkirche der Muttergottes von Karmel) steht im Zentrum.

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Crkvica Sv. Ivana i Teodora (Kirchleich St. Johannes und Theodor) und dem Dominikanski samostan (Dominikanerkloster) im Hintergrund:

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Herrliche Badebucht im Osten Bols mit Dominikanerkloster im Hintergrund:

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Im Fischer-/Sportboothafen:

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Hafenpromenade im Fischer-/Sportboothafen:

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Hinkommen: Die in der Touristen-Information Sumartin meinte um 12 und um 13 Uhr fährt ein Richtung Bol. Da lag sie wohl falsch. Denn es fährt ein Bus um 11.45 Uhr und um 12.45 Uhr. Ich wollte den um 12 Uhr nehmen. Kam aber keiner! Daher dann die schreckliche Begegnung mit dem mitte 60er Jahre Mann. Was die liebe Frau in der Touristen-Info auch nicht sagte: Es gibt gar keine Direktverbindung nach Bol! Man muss am Ortsrand von Gornji Humac umsteigen (Umsteigezeit: 20 min.!). Freundlicherweise sagt das der Busfahrer aber durch.

Unterkunft: Kamp Mario, 65 KN/ Nacht. Ich weiss nicht wie dieser Campingplatz 3 Sterne bekommen hat. Ob da Schmiergeld lief oder die sich die Sterne einfach selbst gegeben haben (allerdings auf den offiziellen Schildern stehen auch 3 Sterne!). In keinem der bisherigen Campingplätzen sahen die Dusche/ WC so schlimm aus, wie hier. Am Waschbecken gibt es weder Seife noch eine Möglichkeit sich die Hände abzutrocknen.

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