NP Paklenica/ Starigrad – auf den Spuren von Winnetou I

Im Nationalpark Paklenica wurden die Szenen aus den legendären Winnetou-Filmen gedreht. Wer Berge mag, wird von der Landschaft überwältigt sein. Aber diese Berge sehen nicht so aus wie man sie aus den Alpen kennt, sondern sie strahlen in Weiß mit ein paar dunkelgrünen Tupfen und haben große, enge Schluchten.

image

Eine (ausgeprägte) Vegetation gibt es nur entlang des Bachverlaufes. Im Bachverlauf sind immer wieder kleine Wasserfälle und Stauungen zu sehen.

image

image

image

Die Geowissenschaftler/ Geologen unter uns werden schon ahnen, dass es sich bei dem weißen Gestein um Kalkstein handelt – genauer gesagt: Die Schluchten sind aus weichem Kreidekalkstein und die Felswände aus hartem Triaskalk. Auch werden die Geologen jetzt schon die Besonderheit/Seltenheit dieser Schluchten (Velika und Mala Paklenica/ Große und kleine P.) bemerken: Es gibt Oberflächenabfluss bei Kalkstein! Für die die sich jetzt die Frage stellen wieso ist das besonders: Normalerweise findet kein oberflächiger Wasserabfluss in Kalkgestein statt, sondern es setzt seine Wege unterirdisch fort – das ganze nennt sich „Karst“. Durch den Oberflächenabfluss wusch das Wasser das Gestein aus und lies somit tiefe, enge Schluchten entstehen.
Genug jetzt von der Geologie – die Bilder her. Bei Interesse kann ich Euch aber eine Lektion „Karst“ erteilen 😉

image

image

image

Im Nationalpark gibt es auch eine begebare (Tropfstein-) Höhle. Deren Öffnungszeiten sind allerdings nur von 10-13 Uhr. Ich war um 13.05 Uhr dort…

image

image

image

image

image

Die harten Triaskalke der Felswände können problemlos von Kletteren genutzt werden. Sehr viele nutzen das und klettern die bereits geankerten Routen an den Felswänden empor. Leider verpasst ein Bild von den vielen Kletteren (bzw. die Sichernten am Boden). Wer genau hinschaut erkennt mittig im Bild auf dem Bergrücken ein Kletterer.

Starigrad-Paklenica

Der Ort ist nichts besonderes. Er schmückt sich auch nicht an allen Ecken und Enden damit, dass der Nationalpark vor der Haustür ist. Das ist ganz angenehm, denn so kommt es nicht so rüber, als stünde die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.
Baden kann man eigentlich überall. Sind auch ganz nette Flecken dabei. Aber ich möchte nicht wissen wie es in der haupt-Hauptsaison dort aussieht… meine Reisezeit war am ende der Hauptsaison und da war noch eine Menge los.

image

image

Kosten: Studenten bekommen in den Nationalparks ermäßigten Eintritt. Ich habe 30 KN (ca. 3,90 €) für einen Tag bezahlt (3-Tageskarte hätte 60 KN gekostet!). Der Eintritt in die Marita Peć kostet extra (10 KN, ca. 1,30 €); Studenten zahlen den Normalpreis.

Hinkommen: In Starigrad-Paklenica halten die Busse von den größeren Städten kommend vom Süden (Split/Dubrovnik; mein Fall: Zadar -> Starigrad) und von Norden (mein Fall: Starigrad -> Zadar bzw. weiter bis Pirovac; dazu mehr im nächsten Beitrag). Übrigens, manche Busgesellschaften verlangen extra eine Fahrtkarte für das Gepäck (z.B. Autotrans 10 Kuna, ca. 1,30 €). Die Reguläre Fahrtkarte von Zadar nach Starigrad-Paklenica kostet 28 KN (ca. 3,70 €) und von Starigrad-Paklenica nach Pirovac 80 KN (ca. 10,50 €). Der Campingplatz liegt ca. 5 min. von der Bushaltestelle entfernt, vom Stadtkern ca. 15 min.
Zum Eingang des Nationalparks waren es zu Fuß ca. 20 min; Mit dem Auto sind es ca. 5 min. Parkplätze gibt es am Eingang, aber auch im Park selbst.

Unterkunft: Ich habe mich für den Campingplatz „Camp Marko“ entschieden. Liegt direkt an der Straße zum NP Paklenica (Straße aber Nachts nicht befahren!). Auf dem Campingplatz gibt es schätzungsweise max. 20 Parzellen. Inklusive ist eine Küche mit Herd und Essens-/ Gemeinschaftsraum. Für eine Nacht bezahlt habe ich 7 € bezahlt (bzw. 100 KN/ 2 Nächte). Kann ich nur empfehlen. Sehr günstig, gemütlich und nette Besitzer. Eine offizielle Quittung können sie aber nicht ausstellen 😉

Fazit: Es ist eine echt tolle Landschaft mit wunderschönen Schluchten und beeindruckenden Steinformationen. Man sollte sich den Nationalpark unbedingt mal anschauen – vor Allem ist der Park nicht so überlaufen, wie z.B. der NP Krka zur selben Jahreszeit! Nach einiger Zeit hatte ich aber das Gefühl, das Landschaftsbild verändert sich nicht – es sieht alles gleich aus. Sicherlich kann man dort auch mehrere Tage schön wandern, ob man dann aber was „neues“ sieht kann ich nicht sagen. Für Kletterer muss dies allerdings ein Paradies sein und kann dort sicher Tagelang neue Berge erklettern. Die Aussicht von der Bergspitze muss gigantisch sein (meiner Einschätzung zu folge, sollte man von dort das Meer sehen). Übrigens: Es gibt dort einen Verleih für Kletterausrüstung.