Omiš und die Cetina Schlucht

Der unscheinbare kleine Ort Omiš… hat mehr drauf, als der Reiseführer verspricht! Naja gut, der Ort an versich ist wirklich echt öde und nichts besonderes. Aber die Landschaft ist ein Traum. Ich, als Bergliebhaber, war sofort von den Bergen des Mosor-Gebirges beeindruckt (auch wenn sie für manchen nicht anders aussehen mögen, als z.B. diese im NP Paklenica). Aber es macht ja auch der Gesamteindruck….

Aber dieser Ort wird mir nicht nur wegen der traumhaften Landschaft in Erinnerung bleiben, nein, denn ich bin dort auf merkwürdige aber auch interessante Menschen getroffen.

Blick auf die ersten Häuser der Altstad Omiš‘ von der Brücke über die Cetina.

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Es ist halb 8 Uhr morgens. Ich liege noch in meinem Zelt. Da höre ich auf dem Campingplatz Autos o.ä. anrollen. Kurze Zeit später (vermutlich als diese einen Platz zugewiesen bekamen) eine schrille, erregte, gehetzte Frauenstimme: „Ich falle vom Glauben ab! Das letzte Mal als wir da waren, haben sich dort 10 Autos reingequetscht. Jetzt machen sich auf dem Abschnitt 3 Autos breit. Und Dieter, du weisst ganz genau, dort unten (an der Stelle) möchte ich nicht stehen!“ Da kam mir in den Sinn: Ja, so sind wir Deutschen halt… ankommen und gleich meckern was das Zeug hält. Als Hintergrund: An der „Lieblingsstelle“ der Frau mit den jetzt 3 Autos (wo bei ihrem letzten Besuch 10 standen) konnten sie nicht stehen.

Das Ende vom Lied: Diese durften ihr Camp direkt neben meinem Zelt aufschlagen! Juhuu….

Als dann noch mehr Stimmen dazu kamen und alle am diskutieren waren, wie weit sie jetzt auf meine Parzelle rüber können und ab wo ich mich gestört fühlen könnte, streckte ich meinem Kopf aus dem Zelt und mischte mich ein: „Guten Morgen, Sie können soweit rüber wie Sie möchten – solange ich an meine Wäsche komme ist alles Ok.“

Im laufe des Tages/ der Tage stellte sich raus, dass die Gruppe aus zwei Vans je ein Ehepaar bestand und auch gerade auf einer Rundreise sind. Das eine Paar waren Rentner. Die sahen aus wie so alteingesessene 68er – auch ihr selbst umfunktionierter Van passte. Aber sie waren sehr geizig, und religiös. Also doch keine wirklichen 68er. Das andere Paar (wozu auch die Frau mit der schrillen Stimme gehört) war kurz vorm Rentenalter – und top gestylt!

Die „gemeinsamen“ Tage – also genau 2,5 Tage – verstanden wir uns allerdings recht gut. Die Frau mit der schrillen Stimme, spendierte mir eines abends sogar einen Kurzen aus original kroatischem Pflaumenschnaps. Der war ächt läcka. Sie erzählten mir, dass sie gerade von Montenegro kommen und das ein so schönes und wunderbares Land wäre. Laut Wetterbericht soll es dort in den nächsten Wochen nur regnen und deshalb sind sie jetzt an die Adria gefahren. Für meine nächste Reise empfohlen sie mir Montenegro. Werde ich im Hinterkopf behalten…

Zum Abschied (das war morgens um 10 Uhr!) bekam ich von dem geizigen, nicht ganz 68er, noch einen vom Campingplatz hausgebrannten Kräuterschnaps. So früh hab ich noch nie Schnaps getrunken! Der Geschmack war echt köstlich – allerdings nur in diesem Moment. Denn ab schon einer Stunde später gings mir den ganzen Tag schlecht! Wer weiss, was da so drin war, oder sich gebildet hat… die Methode der Herstellung fand ich nämlich sehr eigenartig: Es werden im Frühsommer grüne Walnüsse genommen (und was weiss ich noch für Kräuter), in irgendso einen Klaren rein und Zucker dazu. Dann das ganze in die Sonne stellen. Und nach paar Wochen ist das ganze dann verkaufsfertig. Vielleicht hat das Zeug einfach nur meinen Magen mal aufgeräumt….

Kommen wir zum nächsten Erlebnis, bzw. der Besuch der Burg Starigrad und damit auch den Bildern.

Für den Aufstieg habe ich den Ausgangspunkt „Altstadt“ gewählt. Es gibt auch noch einen Weg von einem Parkplatz am Rande der Stadt (in der Cetina-Schlucht) – dieser ist zwar einiges kürzer, aber etwa genau so anstrengend und nicht so schön zu laufen, wie der aus der Altstadt kommend.

Beim Aufstieg hat man eine einigermaßen gute Aussicht über die Altstadt von Omiš:

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Im Weg weiter Fortgeschritten, auch über das restliche Omis mit Mündung der Cetina, das Mittelmeer und vorgelagerte Inseln (Foto: Insel Brač und Šolta). Entlang der erhellten Stelle im Wasser, verläuft der Strand von Omiš:

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Nach ca. 300 gut überwundenen Höhenmetern, kam ich auf dem Grat an. Die Burg ist von weitem schon gut sichtbar und die Sicht in das Mosor-Gebirge ist überwältigend:

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Kaum durch das Eingangstor der Burg gegangen, brüllt (!) mich von einer Ecke eine junge, hübsche Frau an: „TICKET PLEASE!“ Ich dachte: „Heyy was geht mir dir. Chill mal. Ich hau schon nicht ab ohne zu bezahlen.“ Natürlich dann erstmal bezahlt…

Nachdem ich mir dann die Burg angeschaut und viele Bilder gemacht hatte, kam ich mit ihr ins Gespräch. Wie sich herausstellte spricht sie jeden so energisch an – die Anna.
Die Burg ist anversich nichts besonderes…

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Aber die Aussicht ist gigantisch. Hier in Richtung Omiš/ Cetina-Mündung:

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Nach Süden, Richtung der Makarska Riviera:

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Irgendwann kamen noch Freunde von ihr (Anna – die ernergische Kassiererin) zu Besuch auf die Burg (die kletterten an den Wänden um die Burg). Die hat sie vom Eintritt verschont… Einer ihrer Freunde erklärte mir, wo man in der Cetina-Schlucht schön wandern kann. Recht hatte er.

Der Eingang in die Cetina-Schlucht; kurz vor der Mündung in das Meer. Es werden auch Boots-Ausflüge durch die Cetina-Schlucht angeboten.

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Auf dem Rundwanderweg, kommt man zuerst bei einer in den Fels gehauenen Kapelle vorbei:

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Je weiter man hoch kam, desto schöner wurde die Aussicht.

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Auf halbem Wege, habe ich ein Panoramafoto entlang der Schlucht schießen können:

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Auf dem Weg nach Oben war auch für uns Geowissenschaftler was prachtvolles dabei: Eine Falte wie aus dem Lehrbuch.

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Vom Gipfel war der Ausblick gigantisch: Links die Cetina-Schlucht, mittig-rechts die Enge der Cetina-Schlucht kurz vor deren Mündung, dahinter das Mittelmeer mit der vorgelagerten Insel Brač und rechts das Dorf Zakučac. Übrigens: Der Fluss da rechts im Bild ist auch die Cetina. Diese Fließt den Weg Richtung Meer aber größtenteils unterirdisch in einem Karstsystem – im Gegensatz zu der Cetina links, die oberirdisch durch die Schlucht verläuft. Kurz vor der Mündung, tritt die „unterirdische“ Cetina wieder zutage.

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Achja, die Namen der nicht-wirklichen 68er und der stylischen Frau vom Camp, kenne ich immer noch nicht! Nur ihr Mann – der heißt Dieter 😀

Kosten: Burg Starigrad 15 KN (ca. 2 €), andere (unspektakuläre) Burg von Omiš ebenfalls 15 KN

Hinkommen: Einerseits halten alle Busse die auf dem Weg von Split nach Makarska sind. Von Split kann man auch mit dem Stadtbus Linie 60 (21 KN; ca. 2,70 €) fahren. Vorsicht: Die Stadtbusse haben andere „Autobusni kolodvor“. Die Fernbusse im Hafenbereich, die Stadtbusse etwas außerhalb, halten aber auch am Rande der Altstadt.

Unterkunft: Auto Kamp Lisicina, 48 KN/ Nacht (!!!) (ca. 6,30 €). Man sollte aber Katzenliebhaber sein. In dem Camp hat sich eine ganze Katzenfamilie eingenistet. Den Besitzern, die im Haus auf dem Gelände wohnen, tolerieren die Katzen. Sie füttern oder lassen sie aber nicht ins Haus. Es kann schon nervig sein, wenn die Katzen ständig zu einem kommen und Essen haben wollen. Irgendwie tun mir die Katzen ja leid, aber auf einen Campingplatz sollte keine bettelnde Scharr von Katzen wohnen.

Fazit: Omiš, bzw. die Cetina-Schlucht und die Burg Starigrad sollte man unbedingt besichtigt haben. Wer ein geübter Wanderer ist, kann beide Touren an einem Tag machen! Vom Meer kommend der erste Berg vor Zakuačac hat eine kleine Kapelle auf der Spitze (sieht man auch von unten). Die Wanderung soll sehr schön sein. Der Einstieg zur Route befindet sich gleich neben dem Camingplatz und würde ca. 2 Std. in Anspruch nehmen. Omiš besitzt zwar auch einen großen Strand, dieser soll laut Reiseführer aber nicht zum Baden empfehlenswert sein (Bgr.: Schlechte Wasserströmung in diesem Bereich -> keine Wasserzirkulation -> „Schmutz“ wird nicht weggespült)

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