Resümee

Ich habe nun meinen Kroatien-Trip ein wenig auf mir Ruhen lassen, sodass ich ein paar Tage zum Reflektieren hatte.

Es ist kaum zu glauben wie schnell diese 3 1/2 Wochen vorüber gingen. Gestern noch in Zadar aus dem Flieger gestiegen und heute schon im Zug nach Innsbruck gewesen. Unglaublich.

Meine Zeit in Kroatien war echt toll. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, einiges erlebt und wirklich interessante Leute getroffen. Die meisten Geschichtchen sind in diesem Blog ja festgehalten…

Ergänzend kann ich noch von einer Frau erzählen, die bei dem Aussichtspunkt Vidova gora einen kleinen Verkaufsstand hatte. Sie verkaufte Olivenöl und eine Flüssigkeit, die aus den Blüten von Johanniskraut und Olivenöl bestand.

Naja gut, ich komme an ihrem Stand vorbei. Sie spricht mich an. Um nicht unfreundlich zu sein, gehe ich zu ihr hin. Sie fragt: “Where are you from?”. “Germany”. “Ich spreche auch deutsch. Alle Produkte sind Bioprodukte!” Ich denke mir: ‚Aha, kaum als Deutscher entlarvt und schon bekomme ich gesagt “alles Bio”… Ok, anscheinend haben wir Deutsche mittlerweile ein Bio-Klischee im Ausland!‘ Nachdem sie mir all ihre Produkte gezeigt und vorgeführt hatte meinte sie, ob mir eigentlich schon einmal jemand gesagt hätte, dass ich wie Prinz Wiliam (von England) aussehe. Ähm, Nein?! Oder findet das noch jemand? Schaut Euch das Foto von mir bei dem Beitrag “Insel Brac Teil III” an. So sah ich aus. Bloß ohne Sonnenbrille! By the way: Das Gemisch aus Olivenöl und Johanniskrautblüten soll beruhigend wirken und für alles anwendbar – sei es Magen- oder Hautprobleme, Sonnenbrand, Nervosität, Blutdruck…

 

Folgend meine Eindrücke der Reise zusammengefasst:

Die Küste Dalmatiens ist so gut wie an jedem Fleck von Touristen besiedelt. Darauf haben sich die Einheimischen eingestellt: Wie das in Ferienregionen so ist, sind die Menschen eher kapitalistisch als sozialistisch ausgerichtet – aber in den heutigen Tagen muss man ja schauen wo man bleibt 😉 Das war zumindest mein Eindruck. Und die Touristen stört es ja nicht! Im vorhinein dachte ich, dass die Einheimischen offener gegenüber Backpacker sind. Als ich dann die vielen anderen Touristen, mitunter einige Backpacker, gesehen habe, wurde mir klar, dass das Verhalten der Menschen wie in anderen Touristen besiedelten südlichen Ländern ist. Das soll aber keine Abwertung sein. Die Bewohner stellen sich eben nur auf Tourismus ein. Die Kroaten waren aber wirklich nie unfreundlich. Ganz im Gegenteil.

Sprachlich hätte ich gedacht, dass die Deutschkenntnisse verbreiteter sind. Mit Englisch kommt man aber fast immer weiter. Wie überall gibt es auch hier Ausnahmen: z.B. der Mann auf dem Weg nach Murter (s. Beitrag Von Pirovac nach Murter), der nur Kroatisch sprach. In Split hatte ich allerdings einen überraschenden Fall: Ich fragte die Verkäuferin etwas auf englisch. Sie verstand nicht wirklich und antwortete kaum verständlich. Als ich dann eine Briefmarke nach Deutschland verlangte kam nahezu akzentfrei entgegen: “Sagen Sie doch, dass Sie aus Deutschland sind. Ich spreche viel besser Deutsch als Englisch!” Da war ich echt verstutzt.

Die Preise von Lebensmitteln und Unterkünften sind auch nicht mehr das, was sie mal gewesen zu sein scheinen. Das Niveau ist nicht mehr weit entfernt, wenn überhaupt, von deutschen Preisen – v.a. in den Ferienregionen. Wie ich bereits in dem Blogbeitrag von Zagreb erwähnt hatte, sind die Preise in Zagreb (Landesinnere) jedoch niedriger als an der Küste. Allerdings muss man dazu sagen: In Deutschland ist alles ziemlich günstig – v.a. die Lebensmittel. Das wird einem aber erst richtig bewusst, wenn man ins Ausland geht/zieht (in meinem Fall: Österreich).

Ebenso hätte ich das Busfahren günstiger erwartet. Wenn ich die Preise der Fernbusse in Deutschland mit denen in Kroatien vergleiche, finde ich es dort schon recht teuer. Z.B. Kostet die Fahrt Innsbruck – München (150 Km) 8 € oder Garmisch-Partenkirchen – Innsbruck (60 Km) 5 €. Die Strecke Starigrad – Pirovac (90 Km) kostet über 10 €. Aber ihr solltet Euch mal nach Studentenpreisen erkundigen… auf der Fahrt nach Zagreb hat der Bus-Schaffner irgend so etwas genuschelt und ich dann ja einen Studentenpreis bekam…

Eine weitere Erfahrung zu Busfahren habe ich gemacht, dass nicht überall Busfahrpläne existieren bzw. es gibt Busabfahrtszeiten in den größeren Städten. Zu den einzelnen Stationen muss man eine ungefähre Zeit dazu addieren. Das Liniennetz ist ausgezeichnet und es lohnt sich nur vor Ort zu informieren, als sich mühsam durch irgendwelche Internetseiten zu klicken und dabei nicht einmal alle Busverbindungen finden! Es fährt eigentlich immer überall ein Bus hin. Selbst nachts!

Trampen hat sich eher als schwer erwiesen. Es sind viele Touristen mit vollen Autos unterwegs. Und wenn die Einheimischen wissen, da fährt ein Bus, nehmen sie dich auch eher nicht mit (wurde mir in solch einer Situation mitgeteilt).

Zum Finanziellen: Die Verteilung der Ausgaben ergibt in etwa: 35% Reisekosten, 35% Übernachtungen, 25% Lebensmittel, 5% Sonstiges (z.B. Eintritte, neue Badelatschen,…). Ich muss aber dazu sagen: Übernachtet habe ich nahezu ausschließlich auf (günstigen) Campingplätzen mit Tarifen der Nachsaison; Getrunken habe ich fast nur Leitungswasser und mich teilweise auf eine Null-Diät gesetzt 😉 Das Leitungswasser oder Wasser von Trinkbrunnen, die überall verteilt herum stehen, kann man unbedenklich trinken. Ich hatte während meiner ganzen Reise keine Probleme mit dem Magen oder Verdauungstrakt. Die Wasserqualität wird dauerhaft als sehr gut eingestuft und Kroatien besitzt strenge Vorschriften bezüglich Grenzwerte in Trinkwasser (Q: www.wasserqualität-trinkwasserqualität.de/kroatien).

Wer nun einen Trekking-Urlaub anpeilt, sollte keine Scheu davor haben, von jedem und allem angegafft zu werden. Es ist echt Wahnsinn wie man mit einem Trekking-Rucksack die Blicke auf sich zieht! Ich hätte das echt nicht erwartet, dass man so viel beobachtet wird – ich kam mir teilweise vor, wie ein schwarzes Schaaf in einer weißen Schaafsherde. Aber sind wir mal ehrlich: Wenn ich einen Backpacker sehe, schaue ich genauso hin und denke mir: Woher könnte der kommen und wohin möchte er gehen.

Zuletzt erwähne ich meine favorisierten Orte dieser Reise. Diese sind auf jeden Fall: Split, Omiš bzw. die Cetina-Schlucht, Hvar-Stadt und Zagreb. Allen voran ist es jedoch Vidova gora bei Bol, auf der Insel Brač. Das war wirklich der bisher schönste Ort an dem ich jemals war. So zur Klarstellung: Nicht der Ort an Versich. Nur die Aussicht von dort ist wirklich atemberaubend! Die karge Landschaft auf dem Hügel mit einigen tollen Gesteinsformationen ist nichts beeindruckendes.

Das Meer mit Stränden und Buchten fand ich auf Hvar am schönsten. Wobei es zwischen Krvavica und Makarska sowie in Sumartin (Brač) auch wundervolle Stellen gab. Auf keinen Fall kann ich Brela empfehlen. Ebenso finde ich Bol zu Touristenüberlaufen und nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

Ich würde sagen: Eine gelungene Reise. Das nächste mal gehts nach/ von Dubrovnik von/ nach Montenegro!

Achja: Solltet Ihr Euch die Bilder noch einmal anschauen wollen: Um sie deutlich und farbenfroh zu sehen, grad mit dem Mauszeiger darüber fahren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.