Zadar & Nin

…sind beides wunderschöne und interessante Städte. Zadar müsste eigentlich das Eldorado für (europäische) Kunsthistoriker sein… So viele Baustile verschiedener Epochen sind hier zu finden – wahnsinn. Das nahe gelegene Nin sollte v.a. für Archäologen interessant sein, denn dort sind etliche Ausgrabungen zu finden. Naja, beides nicht gerade meine größten Interessensgebiete, daher reichen mir hier zwei Tage völlig.
Nichtsdestotrotz sind die Städte einen Besuch wert. Denn schön anzusehen sind sie trotzdem.

Zadar

Das Festlandtor ist der Eingang zur Altstadt am alten Bootshafen. Das Bauwerk der Renaissance (16. Jh) ist in Form eines römischen Triumphbogens gebaut. Im oberen Teil ist ein geflügelter Löwe (venezianisches Wappentier) und das Stadtwappen von Zadar zu sehen. Über derm Torbogen ist der Patron der Stadt, Sveti Krševan, abgebildet.

image

Auf dem Trg Pet bunara (Platz der fünf Brunnen) stehen fünf hintereinander liegende Brunnen. Im Falle einer Belagerung durch die Türken, sollten diese als zusätzliches Trinkwasserreservoir dienen. Die Brunnen leisteten bis ins 19. Jh ihre Dienste. Heute ist ein Deckel darauf, sodass ein hinunter blicken nicht möglich ist.

image

Fast in der ganzen Altstadt von Zadar befinden sich kleine, gepflasterte Gassen. Auffällig dabei waren mir die großen, weißen Pflastersteine, die ich noch in keiner Stadt gesehen habe (ich bin Geowissenschaftler… begeistert für Steine 😉 ).

image

Eine der bedeutesten Stellen von Zadar ist das Rimski Forum (Römisches Forum). Einerseits führt schon die Flaniermeile der Stadt (Široka ulica) dort hin. Andererseits liegt gleich dahinter die Rundbaukirche Sveti Donat. Zudem schließt sich der Turm der Domkirche Sv. Stošija an. Im Forum, welches das Zentrum in der römischen Zeit gewesen ist, sind noch Überreste von Thermen, öffentliche Einrichtungen und einem Jupitertempel vorhanden.
Die Sv. Donat wurde im 9. Jh erbaut. Der Sockel besteht aus römischen Trümmern und auch die Steinplatten des Bodens sind Überreste der Pflastersteine des Forums. Sie soll als einmaliges Beispiel Altkroatischer Architektur dienen.
Der Turm gehört – wie bereits erwähnt – zu der Domkirche Sv. Stošija (s. nächstes Bild). Die Kirche stammt aus dem 14. Jh. Der Turmbau begann jedoch erst im 15. Jh und wurde im neuromanischen Stil im 19. Jh beendet.

image

Die Sv. Stošija liegt direkt hinter der Sv. Donat und wurde bis in das 14. Jh auf den Resten der Kirche aus dem 12. Jh wieder erbaut. Die Fassade der Sv. Stošija besitzt den romanischen Stil. Die obere Rosette wurde nachträglich eingesetzt und enthält gotische Züge.

image

An der Hafenpromenade ist die Meeresorgel und der Gruß an die Sonne (Pozdrav suncu) zu finden. Die Meeresorgel ist weltweit einzigartig. Unter der Promenade sind Hohlräume, in die das Wasser fließt. Durch den entstehenden Luftdruck werden Töne in 35 Orgelpfeifen erzeugt. Deren Öffnungen sind im Boden sichtbar (s. erstes Bild). Unter den Treppenstufen sind Ventile, die beim herausfließen des Wassers neue Luft ansaugen (s. zweites Bild).

image

image

Der Gruß an die Sonne ist ein in den Boden integrierter Sonnenkollektor an der Spitze der Uferpromenade.

image

Nin

Das Städtchen Nin liegt auf einer Insel und ist durch kleine Brücken mit dem Festland verbunden. Das (offizielle) Eingangstor auf der südlichen Seite ist mit einem Relief geschmückt, welches Wein und Brot (rechte Seite, mittig) darstellt. Diese sind aus der christlichen Symbolik und dienen als Willkommensgruß.
Das nördliche Eingangstor ist nicht ganz so spektakulär.

image

image

Die Kreuzkuppelkirche Sv. Križ (gleichförmiges Kreuz als Grundriss) ist die kleinste Kathedrale der Welt! Diese ist im byzantinischen Baustil gefertigt (9. Jh.). Darin wurden die ersten kroatischen Könige gekrönt und war Bischofskirche. Das Kircheninnere ist jedoch (weitestgehend) leer; lediglich Vogelkot liegt überall herum – nicht sehr appetitlich.

image

image

Die Statue des Bischofs Grgur stammt aus den 1930-er Jahren. Der Bildhauer (Meštrović) wollte damit die Sprachgewalt eines Bischofs ausdrücken, der für die Verwendung von Kroatisch als Kirchensprache und der Glagolica als Schrift in der Kirche stritt.

image

Ebenso findet man auf der Insel Ausgrabungen eines römischen Tempels. Dieser ist der in Kroatien größte ausgegrabene.

image

Die Niner Bucht ist sehr flach und sandig – der Strand ist eher für Familien mit Kleinkindern und nicht mein Favorit in Sachen Badespaß. Dafür ist der Blick auf das Velebit-Massiv sehr beeindruckend.

image

Hinkommen: Vom Flughafen Zadar fahren, auf die Ankunft der Flüge abgestimmt, Busse (Achtung: Wenn der Busfahrer der Meinung ist, alle Fluggäste sind da, wird früher als laut Plan abgefahren!). Dauert ca. 20 min. und kostet 25 Kuna (ca. 3,10 €). Vom Autobusni Kolodvor (Busbahnhof) fahren ca. stündlich Busse nach Nin. Zurück auch ca. stündlich. Die fahrt dauert etwa 30 min. und kostet 17 KN (ca. 2,20 €).
Im Autobusni Kolodvor gibt es eine Informations- und Ticketverkaufsstelle. Ich habe aber nicht ganz verstanden, ob diese nur von der Busgesellschaft Liburnija, oder auch Informationen/Tickets der anderen Gesellschaften gibt/verkauft (Überlandbusse sind in privater Hand). Fahrpläne habe ich im Busbahnhof aber keine finden können. Ausserhalb von Zadar, hängen Fahrpläne an den Haltestellen aus.

Unterkunft: Apartment Tara Zadar. Liegt sehr zentral und nahe am Strand. Ist wie in einer WG: Fünf (?) Zimmer, eine Küche, ein Bad, ein WC. Bezahlt: 156 KN/ Nacht (ca. 20 €). Für die Lage und Preis in der HS echt gut.

Fazit: Wer einen reinen Badeurlaub anstrebt ist in Zadar fehl am Platz. Es gibt zwar überall Möglichkeiten zum Baden, aber die richtig schönen Buchten, die man aus den Kroatien-Prospekten kennt, fehlen. Die Stadt ist aber sehr sehenswert und bietet sicherlich auch ein ausgeprägtes Nachtleben.
Zum Baden bietet Nin eine große, lange Bucht, bei der das Wasser sehr flach ist, also ideal für Kleinkinder. Aber auch hier fehlen diese Prospekt-Badebuchten. Das Wasser ist eher trüb, da das ein Sandstrand ist. Wer in Nin Badeurlaub macht, kann hier den „berühmten“ Schlamm für eine Schönheitskur kostenlos und in Massen verwenden. Das Städtchen Nin ist sicherlich ein Besuch wert. Es wirkt jedoch eher verschlafen, als dass hier groß was los ist – kann aber auch ganz angenehm sein 😉
Auffällig war die Aufteilung von Touristen: In Zadar sind überwiegend Italiener anzutreffen; Deutsche im gleichen Maße wie die Touristen anderer Nationen (v.a. Franzosen, Österreicher, Polen, Ungare, Bosnien-Herzegowinaer). In Nin hingegen (und Starigrad Paklenica – also alles nördlich von Zadar) sind es überwiegend Deutsche (und Bosnien-Herzegowinaer). Touristen anderer Nationen sind hier eher weniger unterwegs.

Dieser Beitrag wurde unter Dalmatien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.